Strumming-Muster auf der Gitarre – 5 einfache Schlagrhythmen für Anfänger
- Micha Hetmann

- 13. Nov. 2025
- 6 Min. Lesezeit
Beim Gitarre lernen für Anfänger ist das Greifen von Akkorden schon eine super Basis – aber wenn es um Strumming-Pattern auf der Gitarre geht, wird’s schwieriger.
Dabei ist der Schlagrhythmus auf der Gitarre das Herzstück jedes Songs – er bringt Akkorde erst richtig zum Leben und sorgt für Groove, Dynamik und Ausdruck.
In diesem Artikel zeige ich dir:
Wie du eine saubere Strumming-Technik entwickelst
Wie du Plektrumhaltung & Handbewegung richtig nutzt
Wie du dein Rhythmusgefühl & Timing trainierst
Welche 5 einfachen Strumming-Muster du sofort anwenden kannst
Viel Spaß beim Lesen!

Strumming mit Plektrum oder Fingern – was ist besser für Anfänger?
Viele Anfänger fragen sich beim Gitarre lernen: Soll ich mit Plektrum oder mit den Fingern anschlagen?
Gerade am Anfang empfehle ich ganz klar das Strumming mit Plektrum:
Klarer Attack: Du hörst den Rhythmus besser und entwickelst schneller ein Timinggefühl.
Einheitlicher Sound: Nicht zu weich, nicht zu ungleichmäßig.
Leichter mit Metronom trainierbar: du bleibst präziser im Takt
Mit einem Plektrum baust du von Anfang an eine solide Grundlage auf.
Plektrum richtig halten – so klappt dein Strumming sauber & locker

Eine saubere Plektrumhaltung ist entscheidend, um Strumming-Muster gleichmäßig und entspannt spielen zu können.
So hältst du das Plektrum richtig:
Das Plektrum wird zwischen Daumen und Zeigefinger gehalten – als wäre es eine Verlängerung deines Zeigefingers.
Beim Downstroke sollte das Plektrum leicht geneigt sein, damit es flexibel über die Saiten gleitet und nicht hängenbleibt (siehe Foto oben).
Nicht zu fest greifen: Ein zu starker Druck führt sofort zu Verkrampfung.
Plektrum-Tipp für Einsteiger:
Stärke: 0.73 mm oder 0.88 mm (z. B. Dunlop Flow Standard Blue/Olive)
Grip: Geriffelte Oberfläche verhindert Wegrutschen
Strumming-Technik: Handbewegung, Rhythmus & Timing
Eine gute Strumming-Technik entsteht durch Bewegung – nicht durch Kraft.
Die Bewegung kommt überwiegend aus dem Unterarm, nicht nur aus dem Handgelenk.
Beim Downstroke dreht sich der Unterarm leicht nach innen, damit das Plektrum nicht im rechten Winkel auf die Saiten trifft und du hängen bleibst.
Beim Upstroke erfolgt das Eindrehen und die Bewegung in die Gegenrichtung.
Bleibe locker: Eine entspannte Hand sorgt für besseren Groove, sauberere Anschläge und viel mehr Dynamik.
Strumming ohne Plektrum – Anschlag mit den Fingern

Du kannst alternativ auch mit den Fingern spielen:
Lege dazu den Zeigefinger auf den Daumen, sodass der Zeigefinger leicht hervorsteht – ähnlich, als würdest du ein Plektrum halten.
Downstroke: über den Nagel des Zeigefingers die Saiten anschlagen, das sorgt für hellen, perkussiven Klang
Upstroke: über die Fingerinnenseite (Zeigefinger) – das erzeugt einen weicheren Ton
So entsteht ein natürlicher Wechsel zwischen perkussivem und weichem Sound, der sich gut für Balladen oder leisere Stücke eignet
Nachteil: Ungleichmäßigerer Klang, schwerer zu kontrollieren – daher eher für Fortgeschrittene geeignet.
Lesetipp: Wenn du mehr über Strumming erfahren willst, interessiert dich vielleicht auch mein Artikel Strumming vs. Fingerpicking: Was lernen Anfänger zuerst?
Bevor du Strumming-Muster übst: Akkorde sauber greifen
Wenn du Strumming-Muster lernen willst, sollten zuerst deine Grundakkorde sicher sitzen & deine Akkordwechsel flüssig sein:
Typische Anfängerakkorde sind: Am, C, D, G, E.
Spiele jede Saite einzeln und achte darauf, dass alle Töne klar klingen.
Wenn eine Saite „ploppt“ oder schnarrt, greifst du an irgendeiner Stelle nicht sauber genug.
Wenn du die Akkorde einzeln gut greifen kannst, beginne damit, die Akkordwechsel zu üben
Wenn das klappt, kannst du anfangen, Schlagmuster für den Song zu üben.
Lesetipp: Wenn du mit Basisakkorden noch unsicher bist, hilft dir vielleicht auch mein Artikel
Gitarrenrhythmus trainieren mit Deadnotes – perfekte Vorübung fürs Strumming

Bevor du echte Akkorde mit Strumming kombinierst, trainiere zuerst dein Timing:
Lege alle Finger der Greifhand leicht auf die Saiten (ohne zu drücken). Die Saiten sollten sauber abgedämpft sein.
Schlage mit dem Plektrum über alle Saiten.
Es sollte nur ein kurzer, perkussiver „Klick“ erklingen – keine Töne. Wenn dennoch Töne erklingen, hast du mit den Fingern entweder zu viel oder zu wenig Saitenkontakt.
Spiele die Dead Notes mit Metronom bei 60 BPM im 4/4-Takt:
Ganze Noten
Halbe Noten
Viertelnoten
Achtelnoten
Konzentriere dich bei dieser Übung darauf, gleichmäßig und locker zu spielen – so kannst du deinen Gitarren-Rhythmus & dein Timing gezielt verbessern.
Tipp: In meinem Gitarrenunterricht in Wien üben wir Rhythmus, Dynamik und Strumming-Technik von Anfang an anhand echter Songs. Das macht Spaß und motiviert! 👉 Erfahre hier mehr über meinen Unterricht!
5 einfache Strumming-Muster für Anfänger
Die folgenden fünf Schlagmuster sind perfekt, wenn du gerade mit dem Gitarre lernen begonnen hast.
Starte jedes Muster zuerst mit Deadnotes, bevor du Akkorde verwendest.
Wichtig: So übst du die Strumming-Muster richtig
Alle Muster solltest du zunächst mit dem Akkordwechsel Am → E Dur üben.
Achte außerdem darauf, dass du jeden Upstroke am Ende eines Musters auf Leersaiten spielst.
Warum ist das wichtig?
Sobald das Tempo etwas schneller wird, ist es unmöglich, einen Akkord komplett gehalten zu lassen und gleichzeitig sauber zum nächsten zu wechseln.
Darum verbinden wir die Akkorde am Ende des Musters für einen Moment mit offenen Leersaiten.
Der letzte Upstroke auf offenen Saiten gibt deiner Greifhand genügend Zeit, loszulassen und den neuen Akkord vorzubereiten – während deine Anschlaghand im Rhythmus bleibt.
Wenn Am → E sicher klappt
Sobald dieser Wechsel flüssig sitzt, kannst du alle Muster auch mit folgenden Akkordwechseln üben:
C → Am
G → D

Strumming-Muster 1 – der Klassiker
Down – Down – Down – Down – Up
Ein einfaches, gleichmäßiges Grundmuster – ideal zum Einstieg.
➡️ Hinweis: Am Ende steht ein Upstroke → spiele ihn auf Leersaiten.
Strumming-Muster 2 – Pop-Standard
Down – Down – Up – Down – Down – Up
Sehr rhythmisch und typisch für viele Pop-Songs.
Gleichmäßige Achtelbewegung der Hand ist entscheidend.
➡️ Auch hier endet das Muster mit einem Upstroke → Leersaiten spielen.
Strumming-Muster 3 – mit „Luftschlag“
Down – Down – Up – (Luftschlag Down) – Up – Down – Up
Der Luftschlag ist ein ausgelassener Downstroke, damit die Handbewegung konstant bleibt.
Das macht deinen Rhythmus sofort natürlicher und dynamischer.
➡️ Endet ebenfalls mit Upstroke → Leersaiten.
Strumming-Muster 4 – für Folk & Pop
Down – Up – (Luftschlag Down) – Up – Down – Up – Down – Up
Schwungvoll, perfekt für Folk- und Singer/Songwriter-Songs.
Die konstante Achtelbewegung ist hier besonders wichtig.
➡️ Auch dieses Muster endet mit einem Upstroke → Leersaiten spielen.
Strumming-Muster 5 – Groove & Betonung
Down – Down – Up – Down – Up – Down
Muster mit klaren Betonungen – klingt sofort grooviger und musikalischer.
➡️ Dieses Muster endet nicht mit einem Upstroke → hier brauchst du keine Leersaiten-Spieltechnik für den Wechsel.
5 bekannte Songs mit einfachen Strumming-Mustern

Diese Songs eignen sich perfekt für Anfänger und enthalten leicht spielbare Schlagmuster.
Die Down- und Upstrokes in Klammern sind Luftschläge.
The Passenger – Iggy Pop: (D) – U – D – U – (D) – U – D – U
Knockin’ on Heaven’s Door – Bob Dylan: D – (U) – (D) – (U) – D – (U) – D – U
Redemption Song – Bob Marley & The Wailers: D – (U) – D – U – (D) – U – D – U
Bad Moon Rising – Creedence Clearwater Revival: D – (U) – D – (U) – (D) – U – D – (U)
Talkin' 'bout a Revolution – Tracy Chapman: D – (U) – D – U – (D) – U – D – U
Tipp: Lerne diese Muster unbedingt mit echten Songs oder Backing Tracks – das verbessert Rhythmus und Timing deutlich schneller.
In meinem Gitarrenunterricht in Wien erhältst du zu jedem deiner Wunschsongs individuell erstellte Playbacks bzw. Backing Tracks zum Üben.
Gitarrenrhythmus lernen: Lockerheit ist alles
Strumming ist Bewegung, Gefühl und Rhythmus – kein starres Schema.
Je mehr du übst, desto natürlicher wird dein Anschlag.
Übe lieber 15 Minuten täglich als eine Stunde am Wochenende – so bleibst du konstant und motiviert im Training.
Und denk dran: Perfekter Rhythmus entsteht nicht durch Anstrengung, sondern durch Lockerheit und Spaß am Spielen.

Wenn du Strumming auf der Gitarre lernen willst oder deinen Gitarrenrhythmus verbessern möchtest, buche eine unverbindliche Probestunde in meinem Gitarrenunterricht in Wien – ich zeige dir, wie du Timing, Anschlag & Groove sicher meisterst.
Ich freue mich auf dich!
Micha Hetmann


