Eigenen Gitarrenstil finden: 4 einfache Wege zu deinem Sound
- Micha Hetmann

- vor 6 Tagen
- 4 Min. Lesezeit

Viele Gitarristen stellen sich früher oder später diese Frage: Wie finde ich meinen eigenen Gitarrenstil – und woran erkenne ich überhaupt, was „mein Stil“ ist?
Die einfache Antwort: Dein Stil ist nichts, was du dir rational aussuchst - er entsteht durch deine Spielpraxis und deine musikalischen Vorlieben.
In diesem Artikel erkläre ich dir:
Was Stil auf der Gitarre ausmacht
Einfache Tipps & Tricks, wie du deinen eigenen Stil finden und entwickeln kannst
Eine simple Übung für deine Stil-Findung, die du ganz leicht in deinen Übealltag einbauen kannst
Viel Spaß beim Lesen und Ausprobieren!
Warum dein Stil nicht sofort da ist

Am Anfang klingt fast jeder ein bisschen wie jemand anderes. Das ist kein Fehler, sondern normales und fundamentales Lernen.
Nachahmen ist normal
Wenn du Songs spielst oder Soli übst, übernimmst du automatisch Phrasierung, Sound und Spielweise deiner Vorbilder. Genau so entwickelt sich musikalisches Verständnis.
Kopieren ist wichtig, um
Technik & Rhythmus zu beherrschen
und ist der erste Schritt zur eigenen Kreativität auf der Gitarre
Stil entsteht durch Erfahrung
Je mehr Songs, Techniken und Genres du ausprobierst, desto mehr sammelst du Bausteine.
Aus diesen Bausteinen formt sich später dein eigener Sound.
Stil ist also kein Startpunkt, sondern ein Ergebnis deiner Spielpraxis.
Was ist überhaupt ein Gitarrenstil?
Viele verwechseln Stil mit Genre, doch das ist nicht dasselbe.

Stil ist mehr als Rock oder Blues
Dein Gitarrenstil setzt sich aus mehreren Elementen zusammen:
Sound
Dynamik
Rhythmik
Technik
musikalischer Ausdruck
Zwei Gitarristen können denselben Rock-Song spielen, und trotzdem völlig unterschiedlich klingen.
Dein Klang verrät mehr als du denkst
Spielst du eher weich oder aggressiv?
Magst du viel Vibrato?
Stehst du auf cleane Sounds oder auf viel Gain?
Überlege mal, worauf du stehst, und was dich an deinen Lieblingssongs am meisten anspricht. All das gehört zu deinem persönlichen Gitarrenstil.
Welche Musik passt wirklich zu dir?
Wenn du deinen Stil finden willst, stell dir eine einfache Frage:
Welche Songs spiele ich freiwillig – auch ohne Übeplan?
Deine Lieblingssongs sind ein Hinweis
Oft zeigt sich dein Stil dort, wo deine Motivation am höchsten ist. Wenn du immer wieder zu Blues-Licks greifst oder gerne Lagerfeuer Songs spielst, sagt das viel über deine musikalische Identität aus.
Tipp: In meinem Gitarrenunterricht in Wien lernen meine Schüler Technik, Rhythmus und Stilistik zu 100% anhand ihrer Lieblingssongs, zu denen ich eigene, originalgetreue Transkriptionen anfertige. Erfahre hier mehr über meinen Unterricht!
Deine Vorbilder sind Wegweiser
Welche Gitarristen inspirieren dich?
Achte nicht nur auf Technik, sondern auf Gefühl und Ausdruck. Das sind starke Hinweise darauf, wohin deine Reise geht.
4 Wege zu deinem eigenen Stil

Hier wird es praktisch. Wenn du deinen eigenen Gitarrenstil entwickeln willst, helfen diese vier Ansätze:
1. Genres ausprobieren
Selbst wenn du denkst, du bist „der Rock-Typ“ – probiere Pop, Blues oder Funk. Neue Rhythmen und Spielweisen erweitern dein Repertoire.
2. Mit Sound experimentieren
Verändere deinen Amp oder arbeite mit Pedalen. Manchmal entsteht ein neuer Stil nicht durch Technik, sondern durch Klangfarbe.
3. Songs verändern
Spiele bekannte Akkorde mit anderem Groove.
Verändere die Anschlagstärke.
Baue kleine eigene Variationen ein.
Genau dort beginnt Individualität auf der Gitarre.
4. Improvisieren
Improvisation ist einer der stärksten Wege, um deinen Stil zu finden. Auch wenn es am Anfang holpert: du lernst, musikalische Entscheidungen selbst zu treffen und trainierst ganz nebenbei noch dein Gehör.
Technik als Fundament
Ein eigener Stil auf der Gitarre entsteht nicht aus Zufall, sondern aus schrittweisem Aufbau eines sauberen technischen Fundaments.
Wenn du
Akkorde sicher wechselst,
sauber greifst,
die Moll-Pentatonik beherrschst und
rhythmisch genau spielst,
bekommst du Freiheit. Ohne technische Grundlage bleibt Stil oft Wunschdenken.
Merke: Je sauberer deine Technik, desto klarer dein Ausdruck.
Stil auf der Gitarre: Der größte Fehler
Viele machen einen entscheidenden Fehler:
Sie wollen sich zu früh festlegen.
„Ich bin nur Blues-Gitarrist.“
„Ich spiele nur Akustik.“
„Ich spiele nur Songs einer bestimmten Band.“
Damit nimmst du dir Entwicklungsmöglichkeiten.
Merke: Dein Stil darf wachsen und sich verändern.
Dein Stil verändert sich
Was dich heute begeistert, kann in drei Jahren ganz anders sein. Und das ist gut so!
Musikalische Entwicklung bedeutet Bewegung und Veränderung.
Je länger du spielst, desto mehr verschmelzen Einflüsse zu etwas Eigenem.
Dein Gitarrenstil ist kein Ziel, das du erreichst, sondern ein Prozess, der dich begleitet.
Praktische Übung für deine Stil-Findung

Wenn du direkt loslegen willst, probiere das:
Nimm einen einfachen Song mit 3–4 Akkorden.
Spiele ihn einmal ganz klassisch nach Schema F, bzw. vom Blatt.
Spiele ihn danach mit anderem Rhythmus.
Baue kleine Melodien zwischen die Akkorde ein.
Beobachte, was sich für dich richtig anfühlt und was für dich gut klingt. Genau dort beginnt dein Stil.
Fazit: Dein Stil ist bereits im Entstehen
Du musst deinen eigenen Gitarrenstil nicht suchen wie einen verlorenen Gegenstand.
Er entwickelt sich mit jedem Song, jeder Übung und jedem musikalischen Experiment.
Wichtig ist:
Bleib neugierig.
Bleib offen.
Und bleib dran - Geduld ist entscheidend.

Wenn du deinen Gitarrenstil gezielt entwickeln und technisch sauber aufbauen willst, begleite ich dich in meinem Gitarrenunterricht in Wien gerne dabei
– Schritt für Schritt, mit Struktur und persönlichem Feedback.


