Gitarrensaiten wechseln: Anleitung, Intervalle & die besten Saiten für E-, Western- & Konzertgitarre
- Micha Hetmann

- 18. Dez. 2025
- 5 Min. Lesezeit

Frische Saiten sind einer der größten Klang- und Spielgefühl-Upgrades, die man einer Gitarre gönnen kann. Trotzdem scheuen sich viele Gitarristen davor, ihre Saiten selbst zu wechseln. Dabei ist ein Saitenwechsel weder kompliziert noch gefährlich, wenn man weiß, worauf es ankommt.
In diesem Artikel erfährst du:
warum du den Saitenwechsel unbedingt selbst lernen solltest
wie oft Gitarrensaiten wirklich gewechselt werden müssen
welche Saiten ich persönlich spiele und empfehle
welche Saitenstärken sinnvoll sind
aus welchen Materialien Gitarrensaiten bestehen
was bei Drop-Tunings zu beachten ist
und wie du Saiten auf E-Gitarre, Westerngitarre und Konzertgitarre Schritt für Schritt wechselst
Viel Spaß beim Lesen!
Warum solltest du lernen, deine Gitarrensaiten selbst zu wechseln?
Der Saitenwechsel gehört zu den absoluten Grundfertigkeiten jedes Gitarristen. Wenn du deine Saiten selbst wechselst:
bist du unabhängig von Werkstätten und Öffnungszeiten
sparst du langfristig Geld
kannst du sofort reagieren, wenn eine Saite reißt
hast du jederzeit das beste Spielgefühl und den besten Klang
Alte Saiten klingen dumpf, verlieren Brillanz, verstimmen schneller und fühlen sich oft unangenehm an.
Kurz gesagt: Neue Saiten machen mehr aus als viele teure Gitarren-Upgrades.
Tipp: In meinem Gitarrenunterricht in Wien zeige ich meinen Schülern Schritt für Schritt, wie sie ihre Gitarrensaiten wechseln. 👉 Erfahre hier mehr über meinen Unterricht!
Wie oft sollte man Gitarrensaiten wechseln?

Beschichtete Saiten
Als Wechselintervall gilt eine Faustregel von ca. 3–6 Monaten, abhängig davon, wie oft du spielst.
Beschichtete Saiten oxidieren deutlich langsamer, behalten länger ihren Klang und fühlen sich länger frisch an.
Unbeschichtete Saiten
Hier gilt ein Wechselintervall von ca. 3–6 Wochen als sinnvoll, je nach Spielhäufigkeit.
Nachteil: Unbeschichtete Saiten klingen anfangs besser, verlieren aber deutlich schneller an Brillanz und rosten früher.
Tipp: Zieh beschichtete Saiten auf. Du willst schließlich Musik machen und nicht ständig Saiten wechseln.
Aus welchen Materialien bestehen Gitarrensaiten?
Gitarrensaiten bestehen immer aus einem Kern und – bei den dickeren Saiten – zusätzlich aus einer Umwicklung.
Diese Umwicklung sorgt für mehr Gewicht, tiefere Töne und einen volleren Klang.
Gitarrentyp | Kern | Umsponnene Saiten | Material der Umwicklung |
E-Gitarre | Stahl | E, A, D | Nickel Vernickelter Stahl |
Westerngitarre | Stahl | E, A, D, (G) | Bronze Phosphor Bronze |
Konzertgitarre | Nylon (Diskant auch Carbon) | E, A, D | versilbertes Kupfer |
Meine persönlichen Saiten-Empfehlungen
E-Gitarre
Ich spiele auf meinen E-Gitarren 👉 Elixir Optiweb 10-46
Elixir bietet drei Beschichtungen:
Optiweb
Nanoweb
Polyweb
Ich bevorzuge Optiweb, weil sie sich wie unbeschichtete Saiten anfühlen und weniger rutschig sind.
Westerngitarre
Für Westerngitarre verwende ich 👉 Elixir Nanoweb 80/20 Bronze 12–53
Diese Varianten gibt es in:
Polyweb 80/20 Bronze
Nanoweb Phosphor Bronze
Nanoweb 80/20 Bronze
Ich mag Akustikgitarren, die hell, klar und nicht zu dumpf klingen – deshalb spiele ich die 80/20-Bronze-Variante.
Konzertgitarre
Auf der Konzertgitarre verwende ich 👉 D’Addario XTC46FF Carbon
Warum:
Carbon-Diskantsaiten
beschichtete, umwickelte Basssaiten
längere Haltbarkeit und stabilerer Klang
Merke
Saiten können den Grundsound einer Gitarre leicht in eine bestimmte Richtung „voicen“. Es gibt kein richtig oder falsch – entscheidend ist dein Geschmack und Spielgefühl.

Saitenstärken – welche sind sinnvoll?
Die passende Saitenstärke ist immer ein Kompromiss aus Spielgefühl und Klang.
Dünnere Saiten lassen sich leichter spielen, dickere klingen voller – „richtig“ oder „falsch“ gibt es hier nicht.
Gängige Saitenstärken nach Gitarrentyp
E-Gitarre
8er, 9er, 10er, 11er
👉 Am beliebtesten & empfehlenswert: 9er und 10er
Westerngitarre
10er, 11er, 12er, 13er
👉 Am gängigsten: 12er
Konzertgitarre
Low Tension, Normal Tension, Hard Tension
👉 Am beliebtesten: Normal Tension
Dünn vs. dick – die wichtigsten Unterschiede
Dünnere Saiten
weniger Kraftaufwand
angenehmer für Anfänger
etwas weniger voller Klang
Dickere Saiten
fetter, voller Klang
mehr Projektion
mehr Kraftaufwand
Meine persönlichen Standards
E-Gitarre: 10er
Westerngitarre: 12er
Konzertgitarre: Hard Tension
Tipp:
Probiere verschiedene Saitenstärken aus und achte darauf, was sich für dich gut anfühlt.
Die Wahl der Saitenstärke ist immer ein Kompromiss zwischen Spielgefühl und Sound.
Drop-Tunings & alternative Stimmungen
Alle bisherigen Empfehlungen gelten für das Standard-Tuning (E A D G B E).
Bei alternativen Stimmungen wie z.B.:
Eb Ab Db Gb Bb Eb
Drop D
Drop C
kann es sinnvoll sein, stärkere Saiten oder spezielle Drop-Tuning-Sets zu verwenden.
So behalten die tiefen Saiten genug Spannung und fühlen sich nicht „labbrig“ an.
Saitenwechsel: Vorbereitung, Ablauf & Nachstimmen

Vorbereitung auf den Saitenwechsel
Für den Saitenwechsel – egal auf welcher Gitarre – brauchst du:
Grundausstattung:
Saitenkurbel
Seitenschneider
Stimmgerät
Optional (empfohlen):
Griffbrettöl (z. B. Dunlop Lemon Oil)
Reinigungsmittel (z. B. Dunlop Formula 65)
Grundvorgehen beim Saitenwechsel
Der Saitenwechsel funktioniert bei allen Gitarren nach dem gleichen Prinzip:
Saiten locker drehen
dann vorsichtig in der Mitte durchtrennen
alte Saiten entfernen
Gitarre reinigen
Griffbrett bei Bedarf ölen
Beispiel: Westerngitarre – Saite einsetzen und mit Bridgepin fixieren

Beispiel: Westerngitarre – Saite durch die Mechanik führen und auf Länge abknipsen

Beispiel: Westerngitarre – Saite fixieren und sauber aufwickeln

Beispiel: Westerngitarre – Fertig aufgewickelte Saite

Westerngitarre
Saitenball in das Loch der Brücke platzieren
Bridgepin dahinter einsetzen
Saite durch die Mechanik führen
Spielraum:
E, A, D: ca. 1 Mechanik
G, B, e: 1,5–2 Mechaniken
Saite abschneiden
wickeln (nach unten)
grob stimmen
Beispiel: Konzertgitarre – Knoten am Steg

Beispiel: Konzertgitarre – Knoten an der Mechanik

Konzertgitarre
Knoten am Steg machen
Sicherungsknoten an der Mechanik
aufwickeln
grob stimmen
Beispiel: E-Gitarre – String-Through-Body Hardtail Bridge

Beispiel: E-Gitarre – Tune-o-matic Bridge mit Stop-Tailpiece

Beispiel: E-Gitarre – Vintage Tremolo

E-Gitarre
Saite je nach Modell (siehe Bilder oben) durchziehen
an der Mechanik wickeln wie bei der Westerngitarre
Locking Tuner:
Saite durchziehen
fixieren
stimmen
Überstand abknipsen
Floyd-Rose- oder Evertune-Systeme sind komplexer und werden in einem separaten Artikel behandelt.
Saiten dehnen & Nachstimmen
Neue Saiten müssen gedehnt werden, sonst verstimmt sich die Gitarre ständig.
Am besten jede Saite einzeln dehnen und danach nachstimmen.
Bei Stahlsaiten: Vorgang 3× wiederholen
Bei Nylon/Carbon: Vorgang 5× wiederholen
Konzertgitarren verstimmen sich in der ersten Woche stärker – besonders die Diskantsaiten. Das ist völlig normal.
Lesetipp: Wenn du wissen willst, wie du deine Gitarre korrekt stimmst und welche Fehler du dabei unbedingt vermeiden solltest, lies hier meinen Artikel 👉 Gitarre stimmen für Anfänger – Schritt-für-Schritt Anleitung
Fazit: Frische Saiten – besserer Sound – und mehr Spaß am Spielen
Wenn du deine Gitarrensaiten regelmäßig wechselst, profitierst du von:
besserem Sound
besserem Spielgefühl
mehr Motivation
Wenn du deinen Sound und deine Technik verbessern willst, damit deine frisch aufgezogenen Saiten wirklich ihr maximales Potenzial entfalten, 👉 buche dir jetzt eine unverbindliche Probestunde in meinem Gitarrenunterricht in Wien.

Ich zeige dir Schritt für Schritt, wie du deine Gitarre optimal einstellst und wie du von Anfang an eine korrekte, präzise Spieltechnik verwendest, damit du langfristig Freude am Gitarrenspielen hast.
Danke fürs Lesen!
Micha Hetmann


