GITARRENLEHRER

Gitarrenlehrer Wien

WIEN

...weil es noch viel zu entdecken gibt!

Suche
  • Micha Hetmann

5 wichtige Schlagmuster für Gitarre

Aktualisiert: 1. Juli 2019


In dieser Lektion werde ich Dir fünf verschiedene Schlagmuster vorstellen, die Du als Gitarrist/in können solltest. Falls Du Anfänger/in bist und gerade erst die wichtigsten offenen Akkorde gelernt hast, wird Dir diese Lektion sehr helfen.


Wichtige Schlagmuster für das Gitarre spielen mit Akkorden!

Die fünf Schlagmuster sind vom Schwierigkeitsgrad aufbauend. Jedes Pattern baut auf dem vorherig gelernten Pattern auf. Vielleicht kennst Du bereits einige dieser Schlagtechniken, trotzdem möchte ich Dir empfehlen diese Lektion Schritt für Schritt zu befolgen, da ich Dir einige Tipps geben werde, die für Dein Gitarrenspiel sehr wichtig sind.


Achtelnoten: Alle Schlagmuster, die wir lernen werden, sind Achtel-Rhythmen! Deswegen lernen wir als erstes, wie man Achtelnoten zählt.

Die meisten Lieder, die Du hörst, sind im 4/4 Takt. Du zählst also vier gerade Schläge (Zählzeiten) - diese vier geraden Schläge sind Viertelnoten.



Um Achtelnoten zu zählen, füge einfach ein "und" zwischen jede Nummer. Du würdest laut zählen "Eins, und, zwei, und, drei, und, vier, und". Zähle die Achtelnoten so gleichmäßig wie möglich!

Wie man Schlagmuster liest


In dieser Lektion werden einige Symbole verwendet, um die Art des Anschlages zu notieren. Diese Symbole haben sich in der Gitarren-Notation durchgesetzt und man findet sie in nahezu jeder Gitarrenschule. Sie stehen für Abschlag, Aufschlag und gedämpfter Schlag.



Schlagmuster #1: Alles Abschläge


Das erste Schlagmuster ist ein Abwärts-Schlagmuster. Obwohl dieses Muster einfach erscheint, verzichte nicht darauf, denn als Gitarrist/in ist es wichtig, einfache Dinge wirklich gut zu machen. Wenn Du ein umgedrehtes "u" auf dem Bildschirm über dem Beat siehst, handelt es sich um einen Abschlag. Da hier über jeder Zählzeit dieses Symbol "⎍" erscheint, handelt es sich nur um Abschläge.




Es mag einfach erscheinen, ist aber ein wesentliches Schlagmuster, das Dir helfen wird an Deinem Timing zu arbeiten! Schnapp' Dir ein Metronom oder mach' Dir einen Jam-Track an und arbeite mit diesem Pattern. Achte auf Dein Timing und halte die Achtelnoten gleichmäßig auseinander.


Was ist dynamisches Spielen?


Ein weiterer wichtiger Punkt für Deine Schlagmuster ist die Dynamik (Tonstärke). Viele Anfänger neigen dazu, alles in der gleichen Stärke anzuschlagen. Es ergibt sich ein eintöniges und langweiliges Spiel.


Versuche mit dem obigen Pattern zu variieren und mal sehr leise anzuschlagen, normal anzuschlagen, und sehr laut anzuschlagen. Durch verschiedene Dynamiken kannst Du aus einem simplen Schlagmuster viel mehr herausholen!


Wenn Anfänger/innen leise spielen, neigen sie oft dazu langsamer zu werden. Spielen sie laut, neigen sie oft dazu schneller zu werden. Versuche Dein Tempo konstant gleichmäßig zu halten obwohl Du Deine Dynamik veränderst! Kontrolliere Dich selber mit einem Metronom!


Tipp: Versuche NICHT beim Anschlag Dein Handgelenk zu versteifen und nur aus dem Ellbogen aus zu schlagen. Du musst Dich entspannen und etwas mehr Bewegung aus dem Handgelenk ausführen. Stell Dir vor, Du hättest etwas an Deinem Finger, das Du abschütteln musst.


Schlagmuster #2: Ab- und Aufschläge


Im zweiten Schlagmuster haben wir denselben Rhythmus wie im ersten Schlagmuster. Anstatt alle Achtelnoten als Abschläge zu spielen, arbeitest Du hier mit einem Wechselschlag, also abwechselnde Ab- und Aufschläge. Du erkennst es an den Pfeilen über den "und's", dieses Symbol v signalisiert den Aufschlag. Dies ist ein unglaublich nützliches Schlagmuster und es ist die Grundlage für alle anderen Muster, die wir in dieser Lektion durchgehen.



Tipp: Viele neuere Gitarrenspieler/innen denken, sie müssten bei einem Aufschlag alle Saiten anschlagen. Dies ist jedoch nicht der Fall! Wenn ich einen Abschlag mache, spiele ich normalerweise alle sechs Saiten, sofern es sich um einen Sechssaiten-Akkord handelt. Bei einem Aufschlag dagegen, tendiere ich eher dazu die oberen drei oder vier Saiten anzuschlagen. Dies macht es viel einfacher, die Aufschläge durchzuspielen.


Probiere dieses Schlagmuster aus, entspanne Dich und versuche nicht Dein Handgelenk zu versteifen. Konzentriere Dich darauf, die Ab- und Aufschläge so gleichmäßig wie nur möglich zu halten. Versuche auch mal mit einem Metronom oder Jam-Track zu arbeiten!


Schlagmuster #3: Abgedämpftes Schlagmuster


Das dritte Schlagmuster ist dem zweiten Muster ähnlich, aber wir werden eine neue Technik lernen, die als gedämpfter Schlag bezeichnet wird. Der gedämpfte Schlag erzeugt einen perkussiven Sound, fast so, als würde ein Schlagzeuger mit Dir spielen. In den meisten Songs der heutigen Popularmusik, schlagen die Schlagzeuger/innen die Snare auf Beat 2 und Beat 4 - auch genannt Backbeat. Wir emulieren mithilfe unseres gedämpften Schlag also den Sound von der Snare!


Bevor wir uns das Schlagmuster ansehen, lernen wir zuerst den gedämpften Schlag.


Greifhand: Wenn Du einen gedämpften Abschlag ausführst, musst Du die Greifhand kurz vor dem Anschlag etwas entspannen, sodass die meisten Saiten schon abgedämpft sind.


Schlaghand: Kurz bevor Du die Saiten mit dem Plektrum oder den Fingern berührst kommt Dein Handballen auf. Mit dem Handballen dämpfst Du somit die Saiten komplett ab, bevor eine Millisekunde später das Plektrum oder die Finger die Saiten treffen.


Das Schlagmuster, das wir mit dem gedämpften Abschlag spielen, ist ein klassisches Achtelnoten-Pattern. Auf Beat 2 und Beat 4 führst Du einen gedämpften Abschlag aus, ansonsten ist es das gleiche Pattern wie Schlagmuster #2.



Übe dieses Pattern langsam und versuche erst den gedämpften Abschlag zu beherrschen. Habe keine Angst vor dem gedämpften Abschlag, es fühlt sich ein wenig so an, als ob Du deine Gitarre wortwörtlich "schlagen" würdest. Sobald Du diese Technik erst einmal raushast, kannst Du sie in jedem Schlagmuster mit einbauen.

Schlagmuster #4: Schlagmuster mit Pausen


Im vierten Schlagmuster werden wir anfangen, einige Pausen hinzuzufügen. Bis jetzt haben wir jede Achtelnote angeschlagen, aber jetzt geht es darum, einige davon wegzulassen.


Was ist ein Wechselschlag?


Dir ist es vielleicht nicht so wirklich aufgefallen aber weiter oben im Schlagmuster #2 haben wir von einer der wichtigsten Schlagtechniken Gebrauch gemacht:

Dem Wechselschlag!


Wir führen den Wechselschlag fort aber lassen nun einfach ein paar Anschläge aus und ersetzen sie durch Pausen. Somit hast Du Luftschläge bei den Pausen!



Wenn Du das erste "&" in der Grafik betrachtest, wirst Du feststellen, dass sich darüber kein Symbol befindet. Dies wäre eigentlich ein Aufschlag, wenn Du mit einem regulären Wechselschlag spielen würdest, aber diesmal gibt es dabei keinen Anschlag. Mache einen Aufschlag bei dem "und", aber berühre nicht die Saiten. Führe die Aufwärtsbewegung trotzdem aus, auch wenn Du bloß einen Luftschlag machst.


Wenn Du zum ersten Mal solche Schlagmuster lernst, ist es wichtig, während dem Spielen laut mitzuzählen, damit Du weißt, auf welcher Zählzeit Du Dich gerade befindest. Manchmal kann es auch helfen, die Schlagbewegungen zu übertreiben, um den Überblick zu behalten.


Arbeite an diesem Muster und bleib entspannt. Vergiss nicht, locker zu bleiben und während dem Spielen eine konstante Bewegung in der Schlaghand auszuführen. Denke daran, dass Deine Aufschläge nicht alle sechs Saiten treffen müssen.


Schlagmuster #5: Komplexeres Pausen Pattern


Das letzte Schlagmuster ist etwas komplexer als die anderen Muster und verwendet ebenfalls die Wechselschlag-Technik. In diesem Schlagmuster ist die Pause auf dem Beat 3 und ist ein Abschlag. Wenn Du dieses Schlagmuster spielst, lasse den Anschlag auf der Zählzeit drei aus, mache jedoch die Abwärtsbewegung weiter. Das restliche Pattern besteht aus regelmäßigen abwechselnden Ab- und Aufschlägen mit Achtelnoten.



Denke beim Üben daran, dass Dein Schlagarm immer in Bewegung bleibt, und lasse den Anschlag auf Beat 3 aus.


Wenn Du mit einem Plektrum arbeitest, achte auf ein gutes Gleichgewicht. Halte Dein Plektrum so fest, dass es nicht aus den Händen fliegt, und so locker, dass Du nicht anspannst.


Anwenden der Schlagtechniken


Du hast jetzt fünf grundlegende Schlagmuster, die Du verwenden kannst. Es kann eine Weile dauern, bis Du sie gut beherrschst aber sobald Du den Dreh einmal raus hast und das Prinzip von der Wechselschlag-Technik mit Pausen verstanden hast, wird es einfacher für Dich die Schlagmuster von Deinen Lieblingssongs herauszufinden.


Wenn Du diese Schlagmuster interessanter gestalten möchtest, kannst Du Akzente setzen oder gedämpfte Anschläge einbauen. Übe die Schlagmuster wenn möglich immer mit einem Metronom oder Jam-Track. Es ist immer sinnvoll, das, woran Du gerade arbeitest, auf echte Musik anzuwenden.




Viel Spaß,

Micha Hetmann

168 Ansichten